12.12.2017

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Der hohe Wert der Achtsamkeit und, wie verändere ich negative Stimmungen in positive!

Im folgenden Auszug aus seinem geplanten Buch stellt Psychotherapeut Jost Ludwig wichtige Ratschläge zur Selbsttherapie und zur Analyse der eigenen Seele vor. Lesen Sie mehr über die Bedeutung der Achtsamkeit für die Seelenhygiene!

Erinnern wir uns an den bemerkenswerten Tatbestand: Menschen erstreben ein höchstes Ziel in ihrem Leben... sie wollen glücklich und zufrieden sein... und sie wollen dies auch fühlen.
Sie wissen, erst durch das Fühlen kommt die gewünschte Intensität ins Glückserleben hinein, erst dadurch erhält es seine roten Bäckchen. Daß die Gefühle die Quellen unserer Lebendigkeit sind, gilt eben besonders auch für das Glücklich- und Zufriedensein.


Da wir dieses hohe Ziel anstreben, ist es nur konsequent und lebensklug, uns für dessen Realisierung intensiv und beherzt einzusetzen. Weniger klug ist es, nur zu warten und zu hoffen, daß Glück und Zufriedenheit mal zufällig vorbeischauen oder von alleine eintrudeln.
„Dem Fleißigen kommt das Glück entgegen“ heißt es ja so treffend. Und diese Volksweisheit ist sicher nicht aus der Luft gegriffen.

Nun gilt grundsätzlich: Wenn man etwas Gutes neu erschaffen möchte oder etwas Unbekömmliches bekömmlicher gestalten will, ist es unerläßlich zu wissen, an welchen Schrauben man drehen muß. Die oben beschriebenen Grundelemente, aus denen Gemütszustände bestehen, sind nun genau die Schrauben, auf die wir einwirken müssen, wollen wir glücksvollere Gemütszustände erreichen. Möchte ich mir ein schmackhaftes Glückssüppchen zubereiten, so brauche ich als Zutaten grundsätzlich mindestens einen, durchaus aber auch mehrere passende Auslösereize.
Manchmal vergißt man es oder mag es gar nicht wahrhaben, aber Auslösereize, die Glücksgefühle nahe legen, sind in jedem Lebensmoment – meist sogar zu Hauf – vorrätig. Ich zum Beispiel lasse gerade auf der Pirsch nach denselben meinen Blick über den Schreibtisch schweifen und stoße dabei auf die zauberhaften Farben eines Bildes von meinem Lieblingsmaler August Macke. Kurz darauf trifft mich das mindestens ebenso zauberhafte Lachen meines Sohnes, der als Faschingskatze verkleidet aus einem Foto zu mir hinüberstrahlt. Natürlich hätte ich mich auch für einen inneren Auslöserreiz entscheiden können. Vielleicht für den Duft des frischen, dampfenden Kaffees, den ich mir in meiner Phantasie gerade zusammenbraue.
Ich gebe zu, solch glückfördernde Auslösereize fallen einem nicht in den Schoß. Sie suchen einen nicht heim wie eine Horde blutrünstiger Moskitos. Man muß für sie offen sein und sie herauspicken aus dem unermesslichen Sammelsurium der Reize und Geschehnisse. Leider schieben sich oft auch Reize, die geneigt sind, uns eher ins Trübe zu ziehen, nervig in den Vordergrund. Dann muß man den Blick schon mal vehement nach links oder rechts, oben oder unten wenden, um etwas Erfreulicheres zu finden. In jedem Lebensmoment gibt es sie, die Rohstoffe, die wir brauchen, um Glücksgefühle zu produzieren. Achtsamkeit ist dabei die Tugend, die sehr unterstützend wirkt beim Aufsammeln passender Rohstoffe. Kann ich die Tatsache akzeptieren, daß auch diese Lebenssituation, die jetzt gerade geschieht, glücksfördernde Reize bereithält, dann geht es darum, die eigenen Sinne auf Empfang zu stellen.
Mit wachen Augen, gespitzten Ohren, mit Schnuppernase, frisch aufgeschütteltem Spürsinn und neugierigen Geschmackspapillen, das heißt mit hochgefahrener Achtsamkeit wird man erheblich leichter und schneller fündig. Nun haben wir uns aber leider von Zeit zu Zeit so fest in einen negativen Gemütszustand verhakt, daß auch die Glück verheißendsten Auslösereize uns nicht wirklich befreien, umstimmen oder ablenken können.
Der Weg, direkt ins Positivere zu starten, um sich dabei von glücksfördernden Auslösereizen in bekömmlichere Gemütsverfassungen verführen und die unbekömmlicheren in Vergessenheit geraten zu lassen, dieser Weg funktioniert dann nicht oder nur unzureichend.
In solchen Momenten kommen wir nicht umhin, uns ausführlicher mit dem Negativen das heißt mit der problematischen Stimmung zu beschäftigen. Nun stecken wir mit einer gewissen Vorliebe gerade in den unguten Gemütszuständen fest, die uns kalt erwischt haben. Das heißt wir sind in sie hineingeschlittert, ohne (genauer) zu wissen wie, wodurch oder warum.

Alles Irdische besitzt nun einmal eine Entstehungsgeschichte und entwickelt sich in Schritten... und dies gilt natürlich auch für unsere Befindlichkeiten. Deren Entstehung verstehen zu wollen, bedeutet als erstes herauszufinden, welche Auslösereize die entscheidenden Geburtshelfer waren.
Das Gebot der Stunde lautet: Finde die Auslösereize, zumindest die wesentlichen, für Deine üble Laune und tue dies mit Achtsamkeit. Bedenke, daß es selbst mit erhöhter Aufmerksamkeit noch schwer genug ist, diese Katalysatoren Deiner Gemütsverfassung zu entdecken: Häufig haben letztere nämlich die unerfreuliche Angewohnheit, in komplexen Vernetzungen aufzutauchen.

Führt zum Beispiel ein Streit mit meiner Lebenspartnerin zu einer beträchtlichen Verdüsterung meiner Seelenstube, so ist es häufig ein bunter Strauß von Vorwürfen, Abwertungen, Demütigungen, aber auch von Blicken, Gesten und Tonarten ihrerseits, die als Auslösereize für meine Verärgerung verantwortlich sind. Manchmal gibt es dabei einen zentralen Schubser in die Verstimmung hinein. Ebenso häufig ist es aber auch die Masse der Stiche, die Einem schließlich so einen Hals macht und zum Siedepunkt führt.
Will ich dann – irgendwann – daß die Meckerziege wieder zu meinem Schatz wird, strebe also Versöhnung und Klärung an, dann muß ich herausfinden, welche Teile ihrer Ausführungen mir eigentlich den Anlaß gegeben haben, so wütend zu werden? Welche speziellen Auslösereize haben in mir das Licht ausgeknipst?... oder korrekter: Welche Auslösereize haben mir besonders nahegelegt, die Entscheidung zu treffen, für ein Weilchen auf Licht und alles Erhellende zu verzichten?
Halten wir fest: Achtsamkeit hilft, entscheidende Auslösereize ausfindig zu machen. Entweder sind dies die Schubser, die ich brauche, um auf direktem Weg eine Stimmung durch eine bessere zu ersetzen und die alte in den Hintergrund treten zu lassen. Oder es sind Katalysatoren für einen negative Gemütsverfassung, die ich erkennen muß, um die üble Laune zu beseitigen. In diesem Fall gilt es, sich intensiv mit dem unguten Gemütszustand zu beschäftigen, um seiner Herr zu werden und durch eine Veränderung der erforschten Auslösereize eine Verbesserung anzubahnen.
„Du bist so ein grauenhafter Pascha, Du tust aber auch wirklich nichts für die Familie!“ So könnte zum Beispiel der entscheidende Auslösereiz während des Streits klingen, der meine Wut endgültig in die Explodierzone katapultierte. Ist mein Anliegen nun, das überhitzte Gemüt wieder runterzukühlen, so muß ich die „Meckerziege“ zu einer Revidierung bzw. Korrektur ihrer verletzenden Aussage bewegen. Da Morddrohungen, Erpressungen jeder Art oder noch gemeinerer Gegenvorwürfe bei ihr zwecklos sind, bin ich gezwungen, subtiler und diplomatischer vorzugehen.
Etwa
so: „Kannst Du bitte den wahren Kern in deinem Vorwurf ein bißchen liebevoller verpacken... ja, formuliere es doch noch mal so, daß ich es besser verkraften kann.“
Nur leider bin ich wegen meines aufgewühlten Gemüts im gegenwärtigen Moment zu solch subtiler Aktion nicht in der Lage. Eine Stunde später... vielleicht... oder möglicherweise doch erst Weihnachten 2030. Auf jeden Fall habe ich, realistisch betrachtet, erst zeitverzögert eine reelle Chance, den Hauptauslöser für meinen Zorn in eine bekömmlichere Form zu bringen.
Dies ist ein Hinweis, daß Auslösereize in der Form einer aufgebrachten, tief enttäuschten Partnerin schwer zu bändigen sind... zumindest für einen gewissen Zeitraum... und zumindest nicht, wenn man selber auf 180 und damit so gut wie unfähig ist, für das Gegenüber verdaubare Aussagen zu liefern.
Wie gut, wenn einem gerade dann wieder einfällt „Hoppla, da gibt es ja noch meine wertenden Gedanken. Meine Partnerin als stinksaueren, frustrierten Auslösereiz umzuformen, das haut wohl gerade nicht hin, aber meine Gedanken.... vielleicht kann ich die leichter verändern.“
Etwa zu diesem Zeitpunkt sollte einem wieder klar sein, daß der Paschavorwurf nur der zentrale Auslöser war für die eigene Wut. Den Zorn so richtig hochgekocht haben bestimmte Gedanken, mit denen ich blitzartig auf die Beleidigung reagiert habe. Und was waren das für Gedanken?
Ich muß mich konzentrieren, achtsam in mich hineinhorchen... bis es allmählich dämmert und sie klarer werden, die Gedanken, die mich in die Wut hochgeschossen haben.
„Diese ätzenden, dummen Übertreibungen. Sie kann einfach nicht aufhören damit. Ich hab´ ja nur erst heute früh – freiwillig – die ganze Wohnung gestaubsaugt und vor 2 Tagen 800 € für die Reparatur des Autos hingeblättert, mit dem sie rumkutschiert. Ich habe diese Ignoranz und Ungerechtigkeit soooooo satt!“
Es ist unmittelbar einleuchtend, daß solche Gedanken einen angebahnten Ärger so richtig aufblühen lassen. Sie nutzen den dargebotenen Vorwurf, um die zunächst nur nahegelegte Wut explodieren zu lassen... hinein in einen soliden, feurigen Männerzorn.
Möchte ich nun meine negative Gemütslage verändern, muß ich die soeben entdeckten Gedanken hinterfragen, entmachten und dadurch passendere ersetzen. Hierzu sollte ich mir klar werden, daß ich so nicht denken muß, ich also nicht gezwungen bin, in dieser Weise gedanklich auf den Auslösereiz zu reagieren. Es gibt Alternativen, die ebenso gedacht werden dürfen und zudem geeignet sind, die hochgekochten Gefühle wieder zu beruhigen. Eine Alternative könnte zum Beispiel wie folgt klingen: „Au weia, ist das unfair... aber jetzt nimm ihre Übertreibungen bloß nicht sooo ernst. Du kennst sie doch, Deine Süße. Wenn sie enttäuscht, frustriert oder verletzt ist, dann übertreibt sie wie ein Weltmeister. Das war schon immer so.... seit 23 Jahren... und liebgewonnenen Gewohnheiten legt man nun mal nur sehr schwer ab.... häufig auch gar nicht.... und Du bist weiß Gott nicht der Einzige, den das immer wieder trifft. Was sie dir eigentlich sagen wollte, ist: Ich fühle mich überfordert und möchte, daß Du mir mehr hilfst“ In dieser übersetzten Form läßt sich ihre Botschaft doch besser ertragen... oder nicht?
Dergestalt entwütet und geläutert wird es wieder leichter, einen versöhnlichen Schlupfweg zur Partnerin zu finden. So gestimmt, wächst die Chance, ihr zu vermitteln, was mich so schrecklich in Rage versetzt hat. Das zunächst nicht realisierbare Vorhaben, den Pascha-Vorwurf als zentralen Auslösereiz zu entschärfen, wird jetzt umsetzbarer. Damit rückt auch die Wahrscheinlichkeit näher, von ihr endlich zu hören: „Tut mir leid, so schlimm bist Du auch wieder nicht, aber schön wäre es trotzdem, wenn Du endlich den Müll runterbringen würdest, der da schon seit Tagen vor sich hingammelt.“
Ist man in einem Streit mit der Liebsten oder einem anderen wichtigen Menschen wunderbarerweise mal mit ganz besonderer Achtsamkeit gesegnet, dann erfasst man schon während des Gerangels die zentralen Auslösereize: Auch die, den Gemütszustand festlegenden eigenen Gedanken, die meist blitzartig, in Bruchteilen von Sekunden durch das Oberstübchen schießen, sind einem dann klar.
In solchen Ausnahme-Momenten ist man wirklich auf Zack und vermag die gedankliche Eigenverantwortung für den Output an Gefühlen präzise zu erkennen. Als geradezu genial darf man sich rühmen, wenn es während des Schlagabtauschs zusätzlich noch gelingt, die negative Stimmung produzierenden durch versöhnlichere, friedstiftender Gedanken zu ersetzen.
Ich habe es weiter oben schon gestanden: Mir ist dies meist nur zeitverzögert, häufig sogar sehr zeitverzögert möglich. All zu oft hocke ich erst einmal in meinem Zimmer, dessen Tür ich schwungvoll zugedonnert habe, und grolle. Ich wühle mich mit dazu geeigneten Gedanken in meinem Zorn hinein. Erst nach geraumer Zeit vernehme ich von weit her das feine Stimmchen meiner inneren Weisheitsfee: „Freundchen, Freundchen!“, zirpt sie „Das war alles gerade ein bisschen mager! Wo waren den eben Deine hochgepriesene Achtsamkeit und die Selbstverantwortung, von der Wendung ins Positive ganz zu schweigen. Ja, ich weiß, ich komme Dir gerade ganz ungelegen. In der Wut herumpantschen, so richtig Selbstmitleid schieben und sich als Opfer fühlen.... das hat schon was. Soll ich vielleicht später noch mal durchzirpen oder kriegst Du eventuell doch jetzt schon Deinen selbst-mitleidigen Hintern in die Höhe!“
Um dann nicht noch unbarmherziger von der eigenen reifen, inneren Stimme zur Schnecke gemacht zu werden, sollte man möglichst rasch die Kurve kratzen in Richtung Versöhnung, Friede und Selbstverantwortung.
Hat man schließlich miteinander die quälenden Gefühlsstürme bewältigt und treibt wieder in sanfteren Gewässern, dann könnte man sich an folgendes erinnern: Es gibt in jedem Lebensmoment zahlreiche Auslösereize, die glückfördernden Charakter besitzen und das gerade aufglimmende Lächeln noch intensiver zum Aufglühen bringen können. Gerade auch, wenn man sich aus einem hartnäckig, negativen Gemütszustand herausgearbeitet hat, sich gewissermaßen in der Phase der Wiedergenesung befindet, können solche Auslösereize sehr bereichernd sein... und man hat sie sich ja auch wirklich verdient. Also sause ich zu meinem Schreibtisch und schnappe mir das Foto, genau das, auf dem unser Sohn als Faschingskatze so zauberhaft ins Universum grinst.



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